Graf Simon VI.

Nach wechselvollen Zeiten übernahm Graf Simon VI. (1554–1613), die Regierung des Landes Lippe. Er löste 1602 das unter seinem Vater eingeführte lutherische Bekenntnis durch das reformierte ab, was zu erheblichen Spannungen mit der Hansestadt Lemgo führte. Lemgo ist bis heute dem Luthertum treu geblieben. Simon war ein kluger, den neuen Wissenschaften gegenüber aufgeschlossener Renaissancefürst, der mit vielen Größen des Reiches korrespondierte. Seine Bibliothek, schon früh allen Interessierten geöffnet, wurde zum Grundstock der heutigen Landesbibliothek. Er gründete eine öffentliche Lateinschule, das spätere Leopoldinum. Für Kaiser Rudolf, dessen Hofrat er war, übernahm er heikle diplomatische Missionen und Einkaufsreisen für Kunstwerke und Raritäten. Außerdem bekleidete er das Amt eines Obristen des Niederländisch-Westfälischen Kreises.

 

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