Das Königszimmer
Die drei festlichen Räume im Südwestflügel des Schlosses wurden 1709/10 von Graf Friedrich Adolf (1667-1718) von den Meistern des Roten Saales, den Stukkateuren Rossi und Camminata und dem Maler H.H. Rundt eingerichtet. Sie heißen "Königszimmer seit dem Besuch König Friedrichs I. von Preußen, der im Jahre 1711 hier wohnte.

Königszimmer

Im Sinne der auf dekorative Gesamtwirkung ausgehenden Tendenzen spätbarocker Innenraumgestaltung wurde künstlerische Einheit von Wand, Decke und Fußboden angestrebt, ein Zusammenwirken der Kräfte, bei dem in diesem Falle die dem Hause Lippe durch das Erbe der Burggräfin Amalie zu Dohna noch vor 1700 zugefallenen Alexander-Gobelins den Vorrang haben mußten. Ihre bewegte und farbige Figurenwelt kommt in Kontrast zu der streng gezeichneten Ornamentik des Fußbodenparketts mit seinen Hell-Dunkel-Effekten gut zur Geltung.

Gobelin

Die Alexander-Gobelins wurden um 1670 in Brüssel in der Werkstatt des Johannes Franziscus van den Hecke gewebt. Als Vorlage dienten Kartons, die nach 4 von insgesamt 5 von Charles Le Brun, dem Hofmaler Ludwigs XIV., 1660 für den König gemalten großen Bildern mit Szenen aus der Geschichte Alexanders des Großen gefertigt worden waren. Mit der Alexanderfolge dürfte Le Brun dem Sonnenkönig, der sich dem großen Makedonierfürsten besonders verbunden gefühlt haben mochte, in voller Absicht gehuldigt haben.
Die festlichen Kronleuchter in den Königszimmern wurden im venezianischen Murano im 18. Jahrhundert hergestellt.